Wie erwartet man den ersten Eindruck eines Landes, nachdem man bereits 46 Stunden unterwegs war und so gut wie gar nicht geschlafen hat? Ich nehme an, in diesem Fall trifft der erste Eindruck nicht wirklich zu und er war mir auch egal, denn alles was ich wollte, war ein kuschliges Bett, eine Dusche und eine Nacht Frieden.

Mein gebuchtes 8-Bett Zimmer in Auckland schien nicht wirklich der richtige Ort dafür zu sein aber wie sich herausstellte, wenn man so lange nicht geschlafen hat, ist es einem tatsächlich so gut wie gleichgültig. ;-)

Also wie auch immer, nun zum ersten richtigen Eindruck: Ein wenig regnerisch, winterlich kalt und doch wunderschön. Das Meer, satte  grüne Wiesen und Hügellandschaft bis zum Horizont.

Nach geraumer Zeit hatte ich die Einreise geschafft und ein Kaffee war Pflicht bevor ich mich auf die Suche nach dem Bus in  Richtung Stadt machen würde.

Zu meinem kulinarischen Background: Ich würde mich durchaus als Kaffeetrinker und -kenner (zumindest in Bezug auf alles was schwarzen Kaffee anbelangt) betrachten und stolperten schon beim Bestellen über die Bezeichnung „Long Black“, die in Deutschland doch eher ungebräuchlich ist. Nach kurzem hin und her mit der Barista, wusste ich, dass dieser Kaffee genau das Richtige für mich war und somit war ich startklar für die letzte Fahrt des Tages bis zu meiner Unterkunft.

Auf dem Weg in Richtung Downtown wurde es bereits dunkel. Die Stadt versank in einem tiefblauen Schein und die Lichter wurden in den kleinen Häusern angeschaltet. Auckland wirkte so zunächst kleinstädtisch, doch schnell waren die Vororte passiert und wir fuhren auf der Queen Street meinem Tagesziel entgegen.

Auckland Skytower by night

Am nächsten Morgen blinzelte die Sonne durch die Vorhänge und mein Entdeckergeist trieb mich schnellstmöglich auf die Straße. Das Land erschien bereits aus dem Flugzeug wie eine Oase und die Zeit war gekommen, nun endlich auf Erkundungsreise zu gehen. Gestärkt durch einen langen Schlaf und mit einem frischen Kaffee in der Hand startete ich in den kühlen, sonnigen Wintertag.

Eine Stadt lernt man meiner Ansicht nach am besten zu Fuß kennen. Auf diese Art und Weise kommt man mit Menschen und deren Umgebung am leichtesten in Berührung. Der Flair und die Energie eines Ortes werden spürbar, fremde Gerüche und ein anderes Klima machen deutlich, dass man nicht mehr zu Hause ist.

Wenn ich neu an einem mir unbekannten Ort bin, verlaufe ich mich gerne absichtlich. Das erscheint  dem ein oder anderen nun vermutlich seltsam  aber auf diesem Weg sehe ich das wahre Gesicht einer Stadt, fern der touristischen Pfade und ohne gemachte, schöne Fassaden. Hierbei ergibt sich die Möglichkeit einen Ort kennen und verstehen zu lernen, ihn ganz auf sich wirken zu lassen auf eine sehr ehrliche Weise und einen fremden Ort zu Hause werden zu lassen.

Skytower

Auch in Auckland bin ich einfach drauf losgelaufen und habe die Stadt auf mich wirken lassen. Fast automatisch erreichte ich nach kurzem Spaziergang den Skytower, ein Wahrzeichen der Stadt. Der Blick auf die Stadt und das Meer ist atemberaubend und ein Muss für Besucher.

Auckland Skytower

Sucht den Glasboden und schaut euch an wie ihr über der Stadt steht. Für alle mutigen Adrenalinjunkies unter euch steht der Sprung vom Skytower auf der „Bucket List“.

 

Auckland

Auckland

Auckland

 

Nicht genug von Blicken auf die Stadt habe ich mir diese von zwei Vulkankratern aus angeschaut. Wie ihr vielleicht wisst, steht Auckland auf ca. 50 Vulkanen und somit war die Begehung mindestens eines Vulkans sozusagen Pflicht für mich. Ein Reiseführer hat es wenige Tage auf dem Weg nach Waitomo wiederholt und mit seiner Erzählung das Lebensgefühl der Neuseeländer wunderbar ausgedrückt.

Er sagte, wir wissen genau, dass diese Vulkane in den nächsten 149 Tagen oder in den nächsten 250.000 Jahren ausgebrechen können, daher haben wir beschlossen damit zu leben und uns keine Sorgen darüber zu machen, bis es soweit ist.

Hier ein paar Eindrücke von One Tree Hill und Mount Eden:

One Tree Hill

One Tree Hill

One Tree Hill

Mount Eden

Mount Eden